Sehenswert:

„Der Köhler“ von Mohamed Bouamari. „Der Mackintosh Mann“ von John Huston. „Ein glückliches Jahr“ von Claude Lelouch. „Nora“ von Joseph Losey (siehe Seite 18). „Pan“ von George Moorse. „Traumstadt“ von Johannes Schaaf. „Eine unvollendete Geschichte“ von Mrinal Sen.

Annehmbar:

„Wilde Pferde“ von John Sturges. Sympathischer kleiner Western, dessen Geschichte an George Stevens’ „Mein großer Freund Shane“ und King Vidors „Mit stahlharter Faust“ erinnert. Als habe es Sam Peckinpah und den Italo-Western nie gegeben, erzählt Sturges schlicht und ohne modische Brutalitäten von der Freundschaft zwischen einem freiheitsliebenden Pferdezüchter (Charles Bronson) und einem naiven Jungen, der allmählich zum Mann wird. Bis zum melancholischen Ende, wenn Bronson vor den Stacheldraht-Zäunen der neuen Zeit kapituliert, breitet Sturges liebevoll und angenehm altmodisch ein Panorama klassischer Western-Themen aus. Bronson findet sich in der ungewohnten Rolle eines müden Oldtimers erstaunlich gut zurecht. Störend wirken nur die häßliche spanische Landschaft, eine allzu süßliche Musik und Bronsons gewohnt unerträgliche Ehefrau Jill Ireland.

HCB

„Lady Sings the Blues“ von Sidney J. Furie. „Ein unheimlich starker Abgang“ von Michael Verhoeven. „Verflucht dies Amerika“ von Volker Vogeler.

Fragwürdig:

„Stanley“ von William Grefe. Noch ein Ausflug in Hollywoods Horror-Zoo. Nach den Ratten („Willard“, „Ben“), Fröschen („Frogs“) und Kaninchen („Rabbits“) soll diesmal eine Klapperschlange namens Stanley für Schockeffekte sorgen. Doch Grete hantiert so unbeholfen und einfallslos mit seinem Material, daß sich rechtes Gruseln nie einstellt. Zusätzlich verstimmt wird der Zuschauer durch die spekulative Verwurstung aktueller amerikanischer Probleme vom Vietnamkrieg bis zur Rassenfrage. HCB

„Frankenstein“ von Paul Morrissey. Carlo Ponti gibt sich die Ehre, für Andy Warhol und seine Truppe zu arbeiten. Oder umgekehrt. In Breitwand und Farbe, plan, platt und humorlos: Da schnibbeln, rühren, nähen, wühlen Leute mit rollenden Augen und geilem Stöhnen oder schreiend in ihren eigenen oder fremden Innereien herum, die meterlang aus den Kadavern schlabbern. Und Joe Dallesandro rekelt sich wieder einmal nackt durch die Betten. Die Bemühung um einen professionellen Schliff unterlaufen lauter kleine Unzulänglichkeiten und Fehler, der Horror gerinnt zu reinem Ekel, die Parodie muß schlechte Schauspieler und alberne Dialoge rechtfertigen. Die 3D-Fassung soll lustiger sein. WD

„Brutale Schatten“ von Jacques Deray. „Harley Davidson 344“ von James William Guercio. „Die Nacht der tausend Augen“ von Brian G. Hutton. „Ein toller Bluff“ von Georges Lautner. „Geier kennen kein Erbarmen“ von Andrew V. McLaglen. „Maliza“ von Salvatore Samperi.

Ärgerlich:

„Die blutigen Geier von Alaska“ von Harald Reinl. Eine schwerfällig und spannungslos erzählte Abenteuergeschichte, die alles schuldig bleibt, was man von diesem Genre erwartet. Harald Leipnitz und Klaus Löwitsch als finstere Goldräuber, „Trampas“ Doug McClure als edelmütig einfältiger Pelztierjäger und Heinz Reincke als ständig betrunkener Kneipier chargieren sich hilflos durch diese krude Mischung dilettantischer Aktionsszenen, platter Sentimentalitäten und dümmlicher Späße. WOR

„Zinksärge für die Goldjungen“ von Jürgen Roland. Aus Zitaten von Bond bis „Bullitt“, von Shakespeare bis zum „Paten“ hat Roland einen billigen dilettantischen Bahnhofkino-Ganovenbrei angerührt, der sogar Henry Silva, einen ehedem so famosen bad guy Hollywoods, zur Knallcharge verhunzt. BB

„Godspell“ von David Greene. „Wie ein Panther in der Nacht“ von Howard W. Koch. „Der Reigen“ von Otto Schenk.

Im Fernsehen:

„Der schielende Heilige“ (Italien 1970) von Nino Manfredi (ZDF 7. Dezember). „Kaiserwalzer“ (USA 1947) von Billy Wilder (Bayern III 7. Dezember). „Ich kämpfe um dich“ (USA 1945) von Alfred Hitchcock (ZDF 8. Dezember). „Gebrandmarkt“ (Italien 1962) von Valentino Orsini, Paolo und Vittorio Taviani (West III 8. Dezember). „Porgy and Bess“ (USA 1959) von Otto Preminger (ZDF 9. Dezember). „In den Fesseln von Shangri-La“ (USA 1937) von Frank Capra (Nord III 9. Dezember). „Die verdammten Wilden“ (Kanada 1971) von Jean-Pierre Lefebvre (Bayern III 9. Dezember). „Ist das Leben nicht schön?“ (USA 1947) von Frank Capra (ZDF 10. Dezember). „Unser täglich Brot“ (DDR 1949) von Slatan Dudow (Bayern III 12. Dezember). „Sanjuro“ (Japan 1962) von Akira Kurosawa (Hessen III 12. Dezember). „Es gibt immer ein Morgen“ (USA 1956) von Douglas Sirk (Südwest III 12. Dezember). „Zwischenfall in Oxford“ (Großbritannien 1966) von Joseph Losey (West III 13. Dezember). „Ministerium der Angst“ (USA 1944) von Fritz Lang (Hessen III 13. Dezember).