Filmtips – Seite 1

Hervorragend:

"Andrej Rubljow" von Andrej Tarkowskij. Der in der UdSSR verbotene Film ist nach der Fernsehausstrahlung jetzt in unabhängigen Kinos zu sehen. In einem epischen Stil, der sich von kulinarischer Historienmalerei konsequent absetzt, schildert Tarkowskij Lebensstationen und Bewußtseinskampf des russischen Malers Rubljow (15. Jahrhundert). Sobald man sich auf die strenge und spröde Filmsprache dieses dreistündigen Schwarzweißfilms eingestellt hat, wird man in den Bildern eine physische Kraft verspüren, die in der Filmgeschichte kaum einen Vergleich kennt. EP

"Goldrausch" von Charlie Chaplin.

Sehenswert:

"Papermoon" von Peter Bogdanovich. "Gelegenheitsarbeit einer Sklavin" von Alexander Kluge. "Die Abenteuer des Rabbi Jacob" von Gérard Oury. "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" von Ives Robert. "Avanti, Avanti" von Billy Wilder.

Annehmbar:

"Horror Express" von Gene Martin. Das vergnüglichste Schauerstück seit Jahren: Ein prähistorisches Monster von einem fremden Stern tritt in der transsibirischen Eisenbahn um die Jahrhundertwende zum Kampf gegen die Horror-Stars Christopher Lee und Peter Cushing an. Martin präsentiert eine bizarre Mischung aus blutigem Grand Guignol, schwarzem britischen Humor und phantastisch spekulativer Sciencefiction. Zudem ist die spanisch-englische Co-Produktion eine wüste Parodie auf Sternbergs "Shanghai-Express". HCB

Filmtips – Seite 2

"Maria d’Oro und Bello Blue" von Rolf Kauka. "Mein Name ist Nobody" von Tonio Valerii.

Fragwürdig:

"Männer wie die Teufel" von Keath Larsen ist ein handfester, wenn auch schematischer Abenteuerfilm über ein Stoßtruppunternehmen auf den Philippinen während des Zweiten Weltkriegs. Der Dschungelkrieg, in den hier neben brutalen Japanern und edelmütigen philippinischen Partisanen auch noch exotische Kopfjäger eingreifen, ist die bunte Dekoration für die Läuterung des amerikanischen Helden vom "gesinnungslosen Abenteurer" zum vorbildlichen Patrioten. Dem kann selbst die überreife US-Ärztin nicht mehr widerstehen. WOR

"Bambi" von Walt Disney. "Dracula braucht frisches Blut" von Alan Gibson. "Die drei Musketiere" von Richard Lester. "Der Mann, der die Katzen tanzen ließ" von Richard C. Sarafian. "Papillon" von Franklin J. Schaffner.

Ärgerlich:

"Punition" von Pierre-Alain Jolivet. "Tim und der Haifischsee" von Raymond Leblanc. "Auch Ninotschka zieht ihr Höschen aus" von Claus Tinney. "Libero" von Wigbert Wicker.

Im Fernsehen:

Filmtips – Seite 3

"Anna und die Wölfe" (Spanien 1973) von Carlos Saura (ARD, 13. Januar). Das feudale alte Spanien: ein verkommenes Landhaus mit Debilen, Dekadenten und Frustrierten, deren Obsessionen durch die Ankunft eines englischen Kindermädchens (Geraldine Chaplin) zum Ausbruch kommen. Wie in seinen früheren Filmen geißelt Saura mit Symbolik und Hausmacher-Psychologie die gleichen Symptome der gleichen Gesellschaftsschicht, beschwört mit herkömmlichen Mitteln jene typische schwüle Saura-Atmosphäre und eifert recht zähflüssig seinem "geistigen Vater" Buñuel nach. WD

"Der Galgenbaum" (USA, 1958) von Delmer Daves (ARD, 11. Januar). "Unterwelt" (USA, 1927) von Josef von Sternberg (Nord III, 11. Januar). "Leichtes Leben" (USA, 1937) von Mitchell Leisen (Bayern III, 11. Januar). "Nackte Gewalt" (USA, 1952) von Anthony Mann (ZDF, 12. Januar). "Alle Jahre wieder" (BRD, 1967) von Ulrich Schamoni (ZDF, 14. Januar). "Die Sachverständigen" (BRD, 1972) von Norbert Kückelmann (ARD, 15. Januar). "Der Bomberpilot" (BRD, 1970) von Werner Schroeter (ZDF, 15. Januar). "In jedem Hafen eine Braut" (USA, 1928) von Howard Hawks (Hessen III, 16. Januar). "Der gebrochene Pfeil" (USA, 1950) von Delmer Daves (Bayern III, 16. Januar). "Die Macht des Bösen" (USA, 1948) von Abraham Polonsky (West III, 16. Januar). "Der Tiger von Eschnapur" (BRD, 1959) von Fritz Lang (Hessen III, 17. Januar). "Liebe Mutter, mir geht es gut" (BRD, 1971) von Christian Ziewer (Südwest III, 17. Januar).