Hervorragend:

„Andrej Rubljow“ von Andrej Tarkowskij.

Sehenswert:

„Themroc“ von Claude Faraldo, der Arbeiter und KPF-Mitglied war, bevor er Filme machte. Hier schildert er die Entwicklung des Pariser Anstreichers Themroc vom tristen Arbeitsalltag zurück zum Höhlenmenschen, der sich Polizisten am Spieß brät, und vorwärts zu einer kauziganarchistischen Utopie, die auch die Nachbarn ansteckt. Der poetische, vom Living Theatre inspirierte Schluß der Barbarenmär hat mehr von Rousseau als von moderner Stadtguerilla. Michel Piccolli grummelt, schreit, röhrt, grunzt, knurrt und grölt sich bewundernswert durch den sprachlosen Film und zerstört radikal sein Salonlöwen-Image. WD

„Supermarkt“ von Roland Klick. „Der große Coup“ von Don Siegel (siehe Seite 11).

Annehmbar:

„Die Faust der Rebellen“ von Martin Scorsese. Eindrucksvolle Talentprobe des jungen Regisseurs von „Mean Streets“, der hier allerdings noch deutlich unter dem Einfluß seines Produzenten Roger Corman steht. Scorseses blutige Ballade vom Kampf einer Gruppe von Eisenbahn-Desperados zur Zeit der amerikanischen Depression fasziniert durch brillante Montagen und kühne Kontraste, einen Stil von ungestümer Kraft und hemmungsloser Emotionalität. Aldrichs „Ein Zug für zwei Halunken“ wirkt dagegen bleich und akademisch. Nach diesem wüsten, chaotischen, uneinheitlichen Film, dem irgendwo zwischen Orson Welles und Corman die Luft ausgeht, darf man auf „Mean Streets“ gespannt sein. HCB