Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann – Unbedingt:

"Reflexe – Stationen Europäischer Musik", Folge 3: 1. "Francesco Landini"; Studio der frühen Musik, Leitung: Thomas Binkley. – 2. "La Pellegrina, Intermedien zur Medici-Hochzeit 1589"; Stockholmer Kammerchor, Linde-Consort, Gesamtleitung: Hans-Martin Linde. – 3. "Die Instrumentalvariation in der spanischen Renaissancemusik"; Ricercare-Ensemble für alte Musik, Leitung: Michel Piguet u. Jordi Savall. – 4. "Michael Praetorius: Terpsichore"; Ricercare-Ensemble. – 5. "Martini Codax (Cantiones de Amigo) und Bernart de Ventadorn (Chanson d’amour)"; Studio der frühen Musik, – Electrola C 163-30 113/18 (Kassette mit 6 Platten), 138,– DM

"Reflexe" bezeichnet eine der phantasievollsten Sammlungen alter Musik. In jedem Fall wurden aufführungspraktische Überlegungen angestellt – Voraussetzung jeglicher Beschäftigung mit sehr alter Musik –, aber auch, ohne lähmenden Respekt, mit Mut und Einfallskraft angewendet. Es wird durchweg mit Hingabe – und da, wo es sich anbot, mit großem Ernst, auch mit Humor – musiziert und je älter die Musik desto besser: Noch niemals habe ich Musik des Florentiners Landini (14. Jahrhundert) so frisch und kraftvoll gehört wie hier; die 29 Tänze aus Praetorius’ riesiger Sammlung von 1612 sind eine farbenreiche Unterhaltungsaffäre; die Intermedien und Concerti, verfaßt von sieben Komponisten, darunter Marenzio, Caccini und de’Cavalieri, werden zu einem überraschend kurzweiligen Spektakel. Jede Schallplatte ist ausreichend mit Erläuterungen sowie mit allen Texten samt Übersetzungen versehen.

Nach Möglichkeit:

Johann Sebastian Bach: "Werke für Laute"; Narciso Yepes, Barock-Laute; Archiv-Produktion 2708 030 (2 Platten), 50,– DM

Die Kassette enthält – es ist das erste Mal – alle sieben Solowerke, die Bach für Laute geschrieben hat. Narciso Yepes spielt sie gelassen, völlig uneitel, mit einer Art von inbrünstiger Sachlichkeit, die bisweilen den Anschein von Trockenheit hervorruft. Dem Hörer geht keine Einzelheit verloren, auch nicht der Spaß, den der Spieler gehabt hat, aber auch nicht seine asketische Disziplin, die die Hoffnung nährt, irgendwann einmal gehe die Musik mit ihm durch – aber das ist ein Irrtum.

Claudio Monteverdi: "Lamento d’Arianna" – Madrigale; Monteverdi-Chor Hamburg, Leitung: Jürgen Jürgens; Archiv-Produktion 2533 146, 25,– DM