Hamburg eröffnet am 3. März die Reihe der Landtagswahlen. Ein Test für Bonn?

Die Hamburger haben andere Sorgen: Ist ihre Stadt dem sozialdemokratischen Machtkartell ausgeliefert?

Hat die CDU-Opposition überhaupt eine Chance?

SPD muß sich gegen den Vorwurf der Machtverfilzung wehren

Von Hans Otto Eglau

Ein Reizwort geistert durch den Hamburger Bürgerschafts-Wahlkampf. Es heißt „Machtverfilzung“.

Wo ihnen die eingängige Kampfvokabel begegnet, reagieren selbst Sozialdemokraten von hanseatischer Kühle allergisch wie Herbert Wehner. Das Pikante an der Sache ist, daß sich die christlich-demokratischen Wahlwerber damit eines Arguments aus dem hausgemachten Richtungsstreit der SPD bedienen. Mit zunehmender Lautstärke polemisierten in den letzten Jahren nämlich vor allem jüngere Vertreter des linken Parteiflügels gegen eine zu enge Verflechtung von politischem Mandat und beruflichen Positionen in der seit 24 Jahren regierenden Hamburger SPD. Nach ihrer Meinung hat die in dieser Zeit eingetretene Verkrustung der Machtstrukturen zu einem Defizit an Reformen geführt und die Sozialdemokraten von der Elbe in ein konservatives Fahrwasser abtreiben lassen.