• Äthiopien

Nach heftigen Unruhen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba hat Kaiser Haile Selassie am Sonntag einen Preisstop für Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs sowie Benzinpreissenkungen angeordnet. In einer Rundfunk- und Fernsehansprache begründete er die Maßnahmen mit der Notwendigkeit eines Härteausgleichs für die Teuerung. Er führte sie auf die Dürrekatastrophe und auf die steigenden Kosten für Ölimporte und andere Einfuhren zurück.

Die Protestbewegung, in deren Verlauf Polizei und Militär nach amtlichen Angaben drei Demonstranten erschoß und 22 andere verletzte, ging von den Studenten der Universität von Addis Abeba aus. Die Studenten geben der Regierung die Schuld an der Hungersnot mit ihren schätzungsweise 100 000 Opfern. Sie kritisieren das Ausbleiben einer Landreform.

Zugleich streikten die Lehrer: Nicht nur wegen Gehaltsforderungen, sondern auch, weil die Regierung angeblich die Erziehungsreform verzögert. Dem Lehrerstreik schlossen sich Transportarbeiter, Bus- und Taxifahrer an.

Den Lehrern und Taxifahrern versprach der Monarch eine Überprüfung ihrer Forderungen nach höheren Vergütungen. Offiziere und Mannschaften der Armee erhalten eine Solderhöhung Die Zweite Division in der nordäthiopischen Stadt Asmara hat am Dienstag gemeutert und die Solderhöhung für ungenügend erklärt.

  • Vietnam

Die südvietnamesische Regierung hat am Dienstag ihre Truppen im Mekong-Delta erheblich verstärkt, nachdem sie dort zwei Niederlagen gegen kommunistisch geführte Einheiten hatte einstecken müssen. Im Delta-Gebiet tobt seit Monaten ein „Reis-Krieg“, bei dem die Regierungsgegner versuchen, die Reislieferungen für die Hauptstadt: Saigon zu unterbinden.

Truppen des Vietcong hatten am Sonntag im Schutz von Sperrfeuer eine Einheit von 600 Soldaten der Territorial Verteidigung in Can Tho überrannt. Am Montag wurde im Delta-Gebiet ein Stützpunkt der südvietnamesischen Infanterie von Vietcong angegriffen. Von den 400 Mann, die den Stützpunkt zu halten versuchten, kamen 60 um, wurden verwundet oder werden vermißt.