Ein Blick in die Liste der Präsidenten deutscher Landeszentralbanken beweist, daß mit Staatssekretär Hans Hermsdorf keineswegs der einzige Nicht-Banker auf den Präsidentenstuhl einer Landeszentralbank sitzen wird. Das Bundesbankdirektorium hatte sich bei der geplanten Berufung von Hermsdorf an die Spitze, der Zentralbank in Hamburg darüber mokiert, daß Hermsdorf nicht aus dem Bankfach stamme.

Im jetzigen Rat der Landeszentralbanken sitzen zwar überwiegend Diplom-Kaufleute und frühere Banklehrlinge. Es gehören diesem erlauchten Kreis aber auch Präsidenten an, deren Berufsausbildung ursprünglich keineswegs auf den Job eines Bankers zugeschnitten war. Leonhard Gleske, Präsident der Landeszentralbank Bremen, promovierte zum Beispiel zum Dr. rer. pol. Der Vorgänger Hermsdorfs in Hamburg, Friedrich Wilhelm von Schelling, ist Jurist und war einst Hilfsrichter ehe er ins Bankfach wechselte. Der Chef der Mainzer Landeszentralbank, Professor Fritz Duppré, einst Chef der Staatskanzlei in Mainz und Staatssekretär a. D., ist Verwaltungswissenschaftler.

*

Banken und Versicherungen wurden bei der Novellierung des Kartellgesetzes im vergangenen Jahr ausgeklammert. Nun sieht es so aus, als wolle man die Geldinstitute nicht länger von den Verboten und Bestimmungen des Kartellgesetzes ausnehmen. Die geplanten Maßnahmen: Wettbewerbsbeschränkungen innerhalb des Kredit- und Versicherungsgewerbes sollen künftig angemeldet werden und zwar mit Begründung. Die Anmeldung soll bei der zuständigen Aufsichtsbehörde erfolgen, die den Fall an das Kartellamt weiterleitet. Entscheidungen, ob eine Wettbewerbsbeschränkung gestattet wird oder nicht, sollen vom Kartellamt im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde getroffen werden.

Die Klagen der CDU/CSU über das zum Teil immer noch praktizierte Gießkannen-System bei der deutschen Entwicklungshilfe werden von Experten im Ministerium Erhard Epplers keineswegs als unbegründet abgetan. Es wird aber darauf verwiesen, daß der Minister diese Form der öffentlichen Entwicklungshilfe schon auf ein Minimum gedrosselt habe. Zugleich wird die sachlich von niemanden bestrittene Kritik der Opposition am Gießkannen-System als Eigentor bezeichnet.

Diese Art der Entwicklungshilfe sei eine Folge der jahrelang von CDU-Regierungen praktizierte! Hallstein-Doktrin in der Außenpolitik. Danach bekamen nur solche Entwicklungsländer, die eine Anerkennung der DDR abgelehnt hatten, von Bonn Geld. Diese Verquickung von Außenpolitik und Entwicklungshilfe hatte sich bei den Entwicklungsländern schnell herumgesprochen. Die Folge war, daß Bonn häufig zahlen mußte, um eine DDR-Anerkennung zu verhindern.

Verteidigungsminister Georg Leber hat rechtzeitig vorgesorgt. Er will der deutschen Automobilindustrie im Fall einer Beschäftigungskrise mit Aufträgen aus der Klemme helfen. Dafür ließ Leber Schubladenprogramme vorbereiten. Es ist sichergestellt, daß die Branche im Notfall sehr schnell Lkw-Auftrige des Verteidigungsministeriums in Höhe von 100 Millionen Mark bekommen kann. Die Mittel dafür müßte allerdings Finanzminister Helmut Schmidt aufbringen. Geld für eventuelle Konjunkturprogramme liegt bei der Bundesbank bereit.