Als in der Nacht zum 14. Februar der Fernsehsender südlich von Morlaix explodierte, da wußte jeder, daß es bretonische Extremisten waren. Diese hatten. schon lange angekündigt, so könne es nicht weitergehen. Sie hatten ausgerechnet, daß ihren Vettern auf der anderen Seite des Wassers, nämlich den Walisern, vom britischen Sender täglich fünf Stunden eigene Sprache geliefert wurde, während sie selber... Sie konnten die bretonischen Sendezeiten zusammenrechnen, wie sie wollten: Sie kamen auf wöchentlich 90 Sekunden. Kein Druckfehler: Nicht Stunden, sondern Sekunden lieferte der Sender. Alsdann: Allez hop!

Nach dem ersten Trubel oder Klagerufen setzte in der westlichen Bretagne ein eifriges Umfragen mit anschießendem tieferen Nachdenken ein.

„Seit der Fernsehturm kaputt ist“, so sagte eine Lehrerin, „kommen die Kinder viel frischer in die Schule. Sie gähnen nicht mehr den ganzen Vormittag. Sie lernen was.“

Die Kinder selber sagen: „Herrlich, unsere Eltern haben abends. Zeit für uns.“

Die Kinobesitzer: „Großartig! Der Saal ist voll!“

Die Kneipenwirte: „Echt bretonische Stimmung hier. Man spielt auch wieder Domino. Wir finden, wieder zu uns selber.“

Die Buchhändler: „Es ist ein Wunder geschehen. Die Leute kaufen wieder Bücher und Zeitschriften, ernste und heitere, tiefgründige und seichte, je nach Niveau dies Lesers. Das Paradies bricht an.“