Der von der Vereinsbank in Hamburg vorgelegte Abschluß für 1973 ist alles andere als glänzend. Obwohl das Eigenkapital der Bank gegenüber dem Vorjahr im Laufe der Berichtszeit um rund 30 Prozent aufgestockt wurde – durch Einzahlung der Aktionäre –, ist der ausgewiesene Gewinn nur unwesentlich auf 8,8 (8,5) Millionen Mark gestiegen. Er ist auf die Beibehaltung einer Dividende von neun Mark je Aktie zugeschnitten. Während das Kreditgeschäft der Bank trotz Ausweitung des Kreditvolumens weniger zum Gewinn beitrug als im Vorjahr, konnten die Provisionserträge kräftig angehoben werden. Nur ihnen ist es zu verdanken, daß die Personalmehrkosten verkraftet wurden.

Der hohe Eigenbeitrag der Aktionäre zur Verstärkung des Eigenkapitals verpflichtete die Bank geradezu zur Dividendenkontinuität. Man konnte die Aktionäre schließlich nicht mit einer Dividendenkürzung in einem Jahr überraschen, in dem sie der Bank mehr als 30 Millionen Mark aus eigener Tasche zur Verfügung gestellt haben. Und wer Vereinsbank-Aktien über die Wandelanleihe zum Preis von 285 Mark je Stück bezogen hat, würde enttäuscht sein, wenn der Kurs der Aktien unter diesen Preis sinkt. Deshalb ist der Vorstand bemüht, den Kurs darüber zu halten. Seit Monaten ist er bei 310 Mark praktisch eingefroren. K. W.