Die Mineralölwirtschaft will die belgisehe Regierung in die Knie zwingen. Wegen ihrer Weigerung, die von den Konzernen beantragten Preiserhöhungen zu genehmigen, teilten einige Gesellschaften jetzt mit, sie würden nach der Ausschöpfung der Reserven Rohöl und Fertigprodukte nicht mehr nach Belgien importieren. Seca, Total, Trading und Esso gaben diesen Beschluß am vergangenen Wochenende bekannt. Auch Elf, Texaco und BP wollen nicht mehr liefern.

Die Konzerne hatten bereits Anfang Januar unter Hinweis auf die steigenden Rohölkosten Preiserhöhungen für ihre Erzeugnisse in Belgien beantragt. Das Wirtschaftskabinett, das die Preiskontrolle ausübt, konnte sich jedoch zu keiner positiven Stellungnahme zu den Forderungen durchringen. Die Regierung Leburton, die Ende Januar zurücktrat, stellte die Entscheidung bis April zurück.

Nach belgischem Gesetz kann kein Unternehmen gezwungen werden, mit Verlust zu arbeiten. Allerdings muß eine Firma, die unter dem System der Preisüberwachung Verluste geltend macht, ihre Bücher offenlegen. hhb