Nachdem das Tempo-100-Problem, erfreulicherweise unser einziges Problem zur Zeit, endgültig eine vorläufige Lösung gefunden hat, läßt sich folgendes Fazit ziehen:

1. Auf dem Weg zu ihrem Ziel, unsere freiheitliche Verkehrsgrundordnung zu unterwandern, sind die Extremisten bereits auf der Autobahn angelangt. Dort wollen sie die Diktatur des Kleinwagenproletariats errichten. Die Absicht, die Wagenklassenschranken auf den Autobahnen einzureißen, läßt sich bis auf das „Kommunistische Manifest“ zurückverfolgen.

2. Gegen den Anschlag auf unsere Autobahnfreiheit haben BILD, CDU/CSU und der ADAC zu einer neuen „Aktion Widerstand“ aufgerufen, mit der Begründung: Jeder Bundesbürger habe das von der Verfassung verbürgte Recht, dem Verkehrsgegner seine Rücklichter zeigen zu dürfen.

3. Jedenfalls stehen die Feinde unserer Autobahnfreiheit alle links.

4. Sogar unter Hitler, dem Schöpfer unserer Autobahnen, hatte jeder Deutsche die Freiheit, so schnell zu fahren wie er wollte – Kriegszeiten ausgenommen.

5. Die Tempofreiheitsfreunde berufen sich auf das Urteil von Verkehrsexperten, demzufolge die absolute Verkehrssicherheit erst bei Tempo 180 gewährleistet ist und sich dann noch steigert.

6. Experten, die das Gegenteil nicht beweisen können, sollten erst einmal einer gründlichen Prüfung unterzogen werden. Ein Zusammenhang zwischen Tempo und Verkehrstod besteht nämlich allenfalls in der Statistik, und die wiederum beruht grundsätzlich auf falschen Voraussetzungen. Sollte es allerdings aus Gründen der Verkehrssicherheit für immer bei einem Tempo-Stop bleiben, könnte die Autoindustrie – so Professor Fiala (VW) – nicht mehr für die Sicherheit ihrer Bremsen garantieren.