Von Heidi Heidelberger

Kaprun, Saalbach und Zell, österreichische Skiorte – drei Millionen Übernachtungen im Jahr: drei Prozent der gesamten österreichischen Bettenbelegungsbilanz –, haben sich zur „Europa-Sportregion“ zusammengeschlossen. Das gemeinsame Arsenal an Sport- und Erholungshits ist so vielseitig, daß es in ganz Österreich kein vergleichbares Sportzentrum dieser Größe und Art gibt.

Dem Winterurlauber stehen acht Seilbahnen, 16 Sessel- und 55 Schlepplifte mit einer stündlichen Förderleistung von über 52 500 Personen zur Verfügung. 235 Kilometer Abfahrtspisten, von der FIS-Strecke bis zum Babyhang, sind angelegt, und in fünf Skischulen bringen 400 Skilehrer ihren Schülern die richtigen Schwünge bei. Außerdem: drei Skibobschulen, 21 Kilometer Loipen, drei öffentliche Hallenbäder, dazu geheizte Freischwimmbäder, eine Kunsteisbahn, Natureisbahn auf dem Zeller See, Saunas, ein Alpin-Solarium, Tennis- und Mehrzweckhalle, eine Reitarena mit Reitschule. (Für die Sommersaison ist der Bau einer Golfanlage mit 18 Löchern geplant.)

Mit einem Wochenausweis können die Urlauber jeden Tag so lange und so viel Ski fahren, wie sie wollen. Ob Kitzsteinhorn oder Schmittenhöhe, Schattberg oder Maiskogel, auf allen Liften der drei Orte ist dieser Sportpaß gültig. Er ermöglicht zusätzlich Ermäßigungen zwischen 20 und 40 Prozent für Hallenbäder, Saunas und andere Sporteinrichtungen. Der Preis: 125 Mark für Erwachsene, 84 Mark für Kinder bis zu 15 Jahren. Für jüngere Kinder wurden Gästekindergärten oder Kinderskischulen eingerichtet.

Schneemangel gibt’s keinen: Am Kitzsteinhorn in Kaprun ist ohnehin das ganze Jahr über Skifahren möglich, Saalbach gilt als schneesicher bis April und Zell am See hat in diesem Winter die zweite Skikanone zur Herstellung von Kunstschnee angeschafft.

Liftschlangen sollen durch vergrößerte Kapazitäten verhindert werden. Kaprun, berühmt durch seine Höhenskiarena am Kitzsteinhorn, berüchtigt durch die oft stundenlangen Wartezeiten, baut derzeit die größte Bergbahn der Welt. Die „Gletscherbahn Kaprun 2“, die noch im März für den öffentlichen Verkehr freigegeben wird, führt über eine 600 Meter lange Stahlbrücke und durch einen 3300 Meter langen Stollen zum neu errichteten Aipin-Center Kaprun auf 2446 m Höhe. Knapp neun Minuten dauert die Fahrt mit der 29 Meter langen „Kitzstein-Gams“, 1535 Höhenmeter werden dabei überwunden. 1230 Personen können pro Stunde zu Europas größter Skiwiese gelangen.

Zusammen mit der seit acht Jahren bestehenden Gletscherseilbahn Kaprun 1 wird damit das Ski- und Ausflugsgebiet auf dem Schmiedinger Kees künftig ohne längere Wartezeiten erreichbar sein. (Auch die vierwöchige Zwangspause, die bisher alljährlich im Januar den Kitzsteinhorn-Skifahrern auferlegt war, weil die Bahn wegen Revisionsarbeiten gesperrt wurde, fällt in Zukunft aus.) Die oberen Liftanlagen wurden nicht nur für die Skifans, sondern auch für die Ski-Nationalmannschaften mehrerer Alpenländer, die ganzjährig auf dem Kitzsteinhorn trainieren, erweitert. 23 Millionen Mark kostet allein die „Gletscher-U-Bahn“; insgesamt flossen diesen Winter in die Europa-Sportregion 70 Millionen Mark Investitionsmittel.