„Konstruktiven Willen“ zur Überwindung der Schwierigkeiten in der Berlinfrage hat Bundesminister Bahr in Moskau festgestellt. Dabei wies er jede Spekulation zurück, daß zwischen der deutschen Hoffnung auf sowjetisches politisches Entgegenkommen und der sowjetischen Hoffnung auf billige deutsche Kredite irgendein Zusammenhang hergestellt werde.

Bahrs Reise hatte am Mittwoch voriger Woche begonnen und wurde am Montag, dem sechsten Tag, ohne bestimmte Terminangabe verlängert. Die Bonner Opposition übte an der ungewöhnlichen Dauer des Aufenthaltes Kritik. Regierungssprecher von Wechmar sagte dazu, daß Bahr laufend über seine Gespräche nach Bonn Berichte. Er führe keine Verhandlungen, sondern erörtere Grundsätze. Dabei gehe es vor allem um die wirtschaftliche Kooperation im Energie- und Rohstoffbereich. In Bonn wird nicht bestritten, daß außer den ökonomischen Fragen und dem Thema Berlin auch der für die Jahresmitte geplante Besuch Bundeskanzler Brandts in Moskau zur Diskussion steht.

Außerdem sucht Bahr festzustellen, ob der Bonner Ostpolitik und der Westpolitik Breschnjews wieder neue Impulse versetzt werden können.