Die Kurse der Aktien und der festverzinslichen Papiere befinden sich auf dem Marsch in den Börsenkeller, in beachtlichem Tempo die Rentenkurse. Zehnprozenter haben sich der 98-Prozent-Grenze genähert. Vor wenigen Wochen lagen sie noch bei 103 Prozent. Die Bundesbank geht den nicht unumstrittenen Weg, noch einmal über hohe Zinsen die Inflation in den Griff zu bekommen. Auf der anderen Seite wächst in Kreisen der Sparer die furcht vor einem noch rascheren Tempo der Geldentwertung. Der Entsparungsprozeß macht Fortschritte.

Bei den Aktien kann von einer deutlichen Tendenzbildung keine. Rede sein. Dazu sind die Umsätze zu gering. Sie haben sich auch nach Abschluß der Karnevalsfeierlichkeiten nicht erhöht. Nicht einmal das Wahlergebnis in Hamburg fand seinen Niederschlag an der Börse. Deutlich war der Druck auf die Automobil-Aktien. Die Diskussionen über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen tragen wesentlich zur Verunsicherung der Aktionäre bei. Fest steht, daß 1974 für die deutsche Automobilindustrie ein schweres Jahr wird.

Erstaunlich gut gehalten haben sich in den letzten Tagen die RWE-Aktien. Zwar gelang es ihnen nicht, den Dividendenabschlag von acht Mark je Aktie unmittelbar aufzuholen, doch nahmen die RWE-Aktien nicht an dem allgemeinen Schrumpfungsprozeß teil. Befriedigt wurde auf der Hauptversammlung zur Kenntnis genommen, daß die Ertragslage auch im laufenden Jahr solide ist, eine Dividende in alter Höhe wohl erwartet werden kann. K. W.