Natürlich ist die Presse von Anzeigen abhängig. Das ist so klar, daß man es gar nicht beweisen muß. Erlösrelation Anzeigen zu Vertrieb 1972 – FAZ 77:23; ZEIT 54,5:45,5; Süddeutsche Zeitung 77,5:22,5; Stern 51:54.

Gäbe es plötzlich keine Anzeigeneinnahmen mehr, sähen Zeitungen und Zeitschriften recht dürftig aus. Es gäbe viel weniger Journalisten, und die bekämen gewiß keine Spitzengehälter. Zu beweisen ist aber: die Unabhängigkeit eines Blattes von einzelnen Anzeigenkunden und ihren Wünschen. Im Mai 1953 bekam ich diesen Brief (die Namen sind so verändert, daß der Briefsteller nicht mehr identifiziert werden kann):

„Sehr geehrter Herr Dr. Bucerius!

Herr Generaldirektor Werner übergab uns Ihren Brief vom 14. Mai des Jahres, mit dem Sie darum bitten, daß unser Haus seine Finanzanzeigen auch in der ZEIT veröffentlicht.

Nun hat die ZEIT in ihrer vorletzten Ausgabe unseren neuen Lebensversicherungsplan 34 c sehr schlecht besprochen. Ich nehme an, daß Sie unter diesen Umständen auch an Anzeigen unseres Hauses nicht interessiert sind.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Albert – Generalsekretariat.“