Die zerstörende Kraft von Brandungswellen kann an Uferbefestigungen und an im Hafen ankernden Schiffen große Schäden hervorrufen. Man pflegt daher gefährdete Stellen durch Wellenbrecher, meist speziell geformte Betonblöcke, zu schützen. Eine zusätzliche Wirkung bringen lange, in die See zeigende Wälle aus großen Steinen. An diesen Bollwerken toben sich die Wellen aus und geben ihre Energie, die sie durch die Kraft des Windes gewonnen haben, in Form von Wärme frei. Zugleich aber nagen sie an den Blöcken und würden sie, griffe der Mensch nicht immer wieder ausbessernd ein, bald zerstören.

Eine elegantere Lösung des Problems haben Walter Bowley, Professor an der University of Connecticut (USA), und William Ritchie aus Duxbury (Mass., USA) in mehrjähriger Forschungsarbeit gefunden und in Versuchsbecken unter naturgetreuen Bedingungen getestet. Sie verankern vor dem zu schützenden Ufer eine vierfache Reihe großer Plastiktrommeln, die wie auf dem Wasser aufsitzende Zylinderhüte aussehen. Der Mittelteil hat etwa einen Meter, der Rand nicht ganz drei Meter Durchmesser. Der springende Punkt ist, daß diese Zylinder die Energie der Wellen nicht vernichten, sondern sie zerstreuen. Eine ankommende große Welle wird wie unter einem riesigen Paddel flachgedrückt und in Hunderte von kleinen Wellen zerteilt. Die Trochoid-Trommeln, wie ihre Erfinder sie nennen, sind in der Lage, die Energie der Wogen um 80 bis 90 Prozent herabzusetzen und ihnen so jede zerstörerische Gewalt zu nehmen.

Die Herstellungskosten eines solchen Systems betragen etwa ein Drittel derjenigen normaler Wellenbrecher, die Unterhaltskosten sind noch weit geringer. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wellenbrechern können sie auch in tieferen Gewässern eingesetzt werden, wodurch sich viele zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten ergeben. So können sie etwa das Meer rund um Bohrinseln oder Austernbänke in eine stille Lagune verwandeln, offene Buchten zu sicheren Häfen machen und vielleicht sogar Badestrände vor Haien schützen. R. K.