Als freundschaftlich und sehr fest bezeichnete der amerikanische Außenminister Kissinger die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik. Der Kurzbesuch auf der Rückreise vom Nahen Osten ließ erkennen, daß Washington dem zweiseitigen Verhältnis im Augenblick größeres Gewicht beimißt als den Beziehungen zu der von inneren Krisen heimgesuchten Europäischen Gemeinschaft. Er habe in erster Linie den deutschen Außenminister besucht, sagte Kissinger im Fernsehen, freue sich aber, daß sein Kollege Scheel zugleich auch Vorsitzender des europäischen Ministerrats sei.

Kissinger kam auch mit Bundeskanzler Brandt zusammen, der hinterher das enge Einvernehmen beider Länder in der Berlin-Frage hervorhob: „Wir haben uns immer darauf verlassen können, daß die Amerikaner zu Berlin stehen.“ Nach den Worten des Regierungssprechers von Wechmar herrscht auf diesem Gebiet „völlige Übereinstimmung der Ansichten“.

Brandt äußerte die Erwartung, daß die beiden geplanten Dokumente über die atlantische Gemeinschaft und über die Beziehungen Amerikas zur EG im Laufe des Frühjahrs verabschiedet werden können. Im April wird die Nato 25 Jahre alt.