Hamburg hat nicht mehr die Telephonvorwahl 04 11, sondern 0 40. Berlin veränderte sich von 03 11 zu 0 30. Und München hat statt 08 11 jetzt – denkste, nicht 0 80 – die Vorwahl 0 89. Vom 8. März an wird auch Essens Nummer verkürzt.

Warum diese Änderungen? Weil der zuständige Beamte bei der Post geschlafen hat. Er versäumte, als vor rund zwanzig Jahren der Selbstwählferndienst eingeführt wurde, vorherzusehen, daß die Zahl der Fernsprechanschlüsse in den Städten zunehmen würde. Als Folge dieses Wachstums mußten die Rufnummern verlängert werden, und das können die Stadtautomaten für die Fernwahl nicht verkraften. Also wurde eine entsprechende Verkürzung der Ortsvorwahlen erforderlich. Just das war leicht vorauszusehen.

Mit der Planung ist’s ohnehin bei der Post nicht weit her. Wie anders wäre zu erklären, daß Rufnummern, etwa von Behörden, Universitäten oder Rundfunkanstalten, immer wieder verändert werden?

Das Ärgerliche dabei ist: Nun muß die Auskunft angerufen werden, die aber ist in der Regel besetzt. Also heißt es drehen und immer wieder drehen, bis einmal eine Leitung frei ist. So fragt sich der geplagte Zeitgenosse, ob das Telephonieren früher, als noch das Fräulein vom Amt vermittelte, nicht zeitsparender gewesen ist als heute. Weniger ärgerlich war es bestimmt.

Th. v. R.