Neu in Museen und Galerien:

Düsseldorf Bis zum 31. März, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen: „Heinz te Laake“

Heinz te Laake aus Berlin hat erstens das Pech, fünfzig Jahre alt zu sein, ein Künstler der verlorenen Generation, nicht Altmeister, nicht Nachwuchs. Zweitens verstößt er gegen die Spielregeln indem er sowohl kinetische Objekte macht wie realistische Bilder malt und zwar gleichzeitig. Und dieser Realismus ist, schließlich und drittens, in keinem der gängigen Realismen unterzubringen, ist weder photographisch noch magisch noch kritisch. Er versucht, die aktuelle Thematik aus dem Mythos, korrekter: aus der Antike herzuleiten, ein archaisierender Realismus, falls eine Etikette gewünscht wird. Heinz te Laake hat beispielsweise im Louvre antike Kampfszenen auf griechischen Vasen kopiert oder nachgezeichnet und daraus eine Serie „Kämpfende Polizisten“ entwickelt. Beim „Stockholmer Leukippidenraub“ wird eine mythologische Entführung per Motorrad unternommen. „Narkissos und Echo“ begegnen sich in einer Bar. Archetypen als heutige Typen: das ist nicht ganz neu. Heinz te Laake demonstriert seine Affinität zum Klassischen, von der Antike bis zu Ingres und Matisse, indem er es persifliert. Eindrucksvollstes Beispiel für diese Haltung sind „Die Schönen Berlinerinnen“, realistische Porträts der Frauen seiner sechs Malerfreunde mit ihren neun Kindern, in der Pose antiker Göttinnen. Bei den kinetischen Objekten dagegen sind die parodierenden Intentionen nur im Titel auffindbar. Die gemächlich rotierende Plexiglasdrehscheibe wird dadurch nicht aufgewertet, daß der Autor ihr den klangvollen Namen „Mars, Phobos und Deimos“ anhängt.

Lübeck Bis zum 24. März, Overbeck-Gesellschaft: „Amerikanischer Photorealismus“

Diese nicht mehr ganz unbekannte Stilrichtung wird hier, im Unterschied zu allen vorangegangenen Darbietungen, ausschließlich mit Druckgraphik präsentiert. Läßt sich das nach einer photographischen Vorlage gefertigte Bild ohne künstlerischen Totalverlust ins Medium der Graphik transportieren? Die Frage ist nicht generell zu entscheiden. Man kann von der Graphik auf die Qualität des Malers zurückschließen. Die schlechten werden, wenn sie Graphik machen, noch schlechter. Die gedruckten Autowracks von John Salt sind noch viel kümmerlicher als die gemalten, die photomechanische Wiedergabe reduziert das Bild auf die Photographie, nach der es gemalt wurde. Die Graphik von Kanovitz, von Estes, von Artschwanger ist ihrer Malerei durchaus gleichwertig: die Distanz zwischen Vorlage und künstlerischer Realisation bleibt auch im Medium der Graphik gewahrt. Manchmal, in seltenen Fällen, etwa bei dem großen Einzelgänger Sarkisian, geht das Niveau der Graphik sogar über die Malerei hinaus. Gottfried Sello

Wichtige Ausstellungen:

Augsburg Bis zum 31. März, Rathaus: „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“