Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann – Unbedingt:

„Hornkonzerte“ (von Telemann, Leopold Mozart, Cherubini, Weber, Förster); Barry Tuckwell (Horn), Academy of St. Martinin-the-Fields, Leitung: Neville Marriner; Electrola 063–02 459, 23,– DM

Ist nach den Flöten und den Trompeten jetzt das Horn zu entdecken als das Solo-Instrument in unzähligen höfischen Unterhaltungs- und Tafelmusiken? Während sich die großen Hornisten unserer Tage auf Mozart, vor allem auf die Virtuosität der Romantiker konzentrieren, hat sich der aus Australien stammende Barry Tuckwell offenbar auch sehr intensiv den früheren Stücken und den ihnen gemäßen Blas-Techniken gewidmet, bei denen neben der „schönen Linie“, dem Repetieren von Tönen, dem sicheren Sprung in größere Intervalle und dem synkopierten, gegen den Takt-Akzent geführten Ansatz eine exquisite Verzierungskunst gefordert wurde. Die Academy begleitet mit Dezenz, wie denn auch der Solist nie durch zu aufdringliche Bravour sein Können unter Wert verkauft.

Nach Möglichkeit:

Paul Hindemith: „Die 3 Klaviersonaten“; Glenn Gould; CBS 73 228, 25,– DM

Die amerikanische Firma CBS versucht zur Zeit offensichtlich, sich als Spezial-Lieferant für ausgefallene pianistische Leistungen zu profilieren. Nach Goulds Eskapade mit Richard Wagner jetzt ein Ausflug in frühmodernen Klassizismus. Hindemiths zwischen akademischer Regel-Kunst und frisch-fröhlichem Spieltrieb pendelnde Sonaten bietet Gould, als gälte es nachzuweisen, welch ein vergnügter und innerlichkeitsbetonter Musiker der Komponist doch war.

Vielleicht: