Die Entscheidung über die künftige Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen in der Bundesrepublik wird am Freitag im Bundesrat fallen. Bundesverkehrsminister Lauritzen konnte in der vergangenen Woche das Bundeskabinett dazu bewegen, sich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen vorläufig bis 1977 zu entscheiden.

Während die Ministerpräsidenten der Bundesländer sich mehrheitlich gegen den Entschluß der Bundesregierung gewandt haben – sie sind für Richtgeschwindigkeiten oder ein höheres Limit –, hat der Verkehrsausschuß des Bundestages vorgeschlagen, Tempo 130 in der Regel zu befürworten, jedoch Ausnahmen zu ermöglichen.

Der ADAC und die Autoindustrie sind gegen jede Begrenzung; der Deutsche Gewerkschaftsbund hat sich grundsätzlich für den Plan der Bundesregierung ausgesprochen. Der Bundesverkehrsminister schloß vor Journalisten nicht aus, daß die Kabinettsvorlage beim Bundesrat geändert und man zu einem Kompromiß kommen werde.

Nach einer Meinungsumfrage im Auftrag der Bundesregierung sind 71 Prozent aller Autofahrer mit Geschwindigkeitsbegrenzungen einverstanden.