Klaufen“ erweckt kaum noch moralische Bedenken. Ganz im Gegenteil: Der Ladendieb tritt in die Fußstapfen prominenter Vorgänger: der englischen Posträuber, die spätestens nach „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ auch von den Bundesbürgern mit Bewunderung und Schmunzeln bedacht werden.

Irmgard Steffan, 17 Jahre

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Diebstahl „unmoralisch“ zu nennen, heißt, sich überheblich über ein Verhalten zu äußern, dessen Ursachen man nicht kennt.

Psychologisch gesehen können Diebstähle zum Beispiel als Kompensation für fehlende Zuwendung dienen; auch Abenteuerlust, in einer nahezu total reglementierten Umwelt anderweitig kaum mehr zu befriedigen, kann eine Ursache sein. Psychologische Beratung, Einfühlungsvermögen und letztlich Änderung der sozialen Verhältnisse, die erst Diebe produzieren, sind hier weitaus mehr am Platze als moralisierende Sprüche und Strafen.

Cornelia Simonsohn, 20 Jahre

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