Zur Lage in Äthiopien schreibt die Zeitung „Addis Zemen“ („Neue Ära“) in Addis Abeba:

„Als der neue äthiopische Ministerpräsident am 28. Februar die Macht übernahm, teilte er mit, er werde Mitglieder seines Kabinetts auswählen, die drei grundlegende Eigenschaften erfüllen: Jugendlichkeit, Begabung und Erfahrung ... Gestern wurden sie vereidigt. Die vordringlichste Aufgabe des neuen Ministerpräsidenten bestand darin, Maßnahmen zu ergreifen, die gewährleisten, daß die Sicherheit und der Frieden des Landes nach der überraschenden Lage in der vergangenen Woche aufrechterhalten werden. Es scheint, als würden die Minister der ihnen übertragenen Verantwortung gerecht. Sie sind von vielen Personen akzeptiert worden...

Ihr wichtigstes Ziel und ihr Arbeitsprogramm für die Zukunft besteht darin, die Lage des Landes auf verschiedenen Gebieten zu verbessern. Offensichtlich gibt es in Äthiopien viele Dinge zu verbessern. Ganz allgemein betreffen sie die Entwicklung und den Wohlstand des ganzen Volkes, die Einheit des Landes und Maßnahmen für die Zukunft. Dies ist nicht nur denen bewußt, die sich an der Macht befinden, sondern ebenfalls allen Äthiopiern.

Wenn die Pläne, die auf Verbesserung und Entwicklung zielen, und vielleicht auch die Hindernisse durch die Massenmedien ganz deutlich vorgestellt würden, dann erführe man die Meinung und die Einstellung des Volkes. Es gäbe auch keine plötzlichen Schwierigkeiten, auf die das äthiopische Volk nicht vorbereitet wäre. Wir hoffen, daß man in Zukunft davon Abstand nimmt, das Volk nur von einer Richtung aus zu informieren; daß das neue Kabinett die Zeitungen, den Rundfunk und das Fernsehen berücksichtigen wird, deren Aufgabe es ist, die Meinungen und Empfindungen des Volkes widerzuspiegeln. Wenn Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen nicht als Brücke zwischen dem Volk und der Regierung dienen, werden sie ihrem Zweck nicht gerecht, und die Zeit und das Geld, das in sie investiert wird, ist vergeudet. Es gäbe sie nur dem Namen nach.“