Wenn in der übrigen Wirtschaft erst einmal Schule macht, was im öffentlichen Dienst beinahe tägliche Praxis ist, dann dürften die künftigen Wachstumsraten unserer Volkswirtschaft eher unter denn bei Null liegen. Während die Regierung einerseits harte Zeiten ankündigt, an alle appelliert, sich anzustrengen, basteln Beamte dieser Regierung in Bonn daran herum, wie man sich noch mehr Freizeitqualität auf Kosten anderer schaffen kann.

So reicht nun schon nicht mehr die Arbeitszeit im öffentlichen Dienst von 42 auf 40 Stunden über die ganze Woche verteilt zu reduzieren, nein, die Verkürzung soll nur auf den Freitag fallen. In Bonn würde dann das Regieren wohl noch schwerer werden, läßt man doch hier am Ort schon seit langem die Bleistifte gegen drei Uhr nachmittags fallen und trollt sich von dannen – bis zum müden Montagsbeginn.

Das Absetzmanöver würde künftig schon gegen Mittag beginnen, wohl möglich noch unter Einschluß der Mittagspause, was dann bedeutet, daß ab elf Uhr kein neuer Aktenvorgang mehr in die Hand genommen wird. Das würde in der Praxis dazu führen, daß bald nur noch an vier Tagen in der Woche regiert wird – natürlich mit erhöhter Personalstärke. hff