Diplomatische Kreise der EG wundern sich über Vorwürfe aus Osteuropa. Ende Januar sagte Comecon-Generalsekretär Fadjejew, die osteuropäische Wirtschaftsgemeinschaft warte immer noch auf ein Zeichen der Gesprächsbereitschaft aus Brüssel, der sowjetische Außenminister Gromyko beschwerte sich kürzlich bei italienischen Gesprächspartnern über angebliche Funkstille der Westeuropäer.

Dabei hatte die Gemeinschaft schon im Oktober vergangenen Jahres auf die osteuropäischen Vorschläge für Verhandlungen positiv reagiert. EG-Diplomaten weisen darauf hin, daß Brüssel nun auf eine Reaktion aus dem Osten wartet.

In einem den Mitgliedstaaten zugeleiteten Arbeitspapier hat die EG-Kommission inzwischen festgestellt, daß die Comecon-Zentrale so gut wie keine Zuständigkeiten hat, – im Namen der Mitgliedsländer über handelspolitische Fragen mit Brüssel zu verhandeln.

„Aber“, so bemerken die Kommissare in ihrem Papier, „es wäre falsch, daraus zu folgern, daß dies spezifische Aktionen nicht ermöglicht, wenn das politische Interesse es befiehlt“. Die Diplomaten eilt-, nahmen dem Ratschlag der Kommission, gegenüber den Osteuropäern weiterhin bedingte Gesprächsbereitschaft zu zeigen.

hhb