Als „König der Landstraße“ wird von Radrennfahrern und deren Fans der Belgier Eddy Merckx gefeiert. Der Mann, der diesen König 1974 entthronen will, ist der Spanier Luis Ocana. Nach sechsjähriger Pause startet er wieder im Giro d’Italia, der Italien-Radrundfahrt. Eddy Merckx nimmt daran nicht teil. Kenner behaupten: Weil er auf den Abruzzen-Serpentinen dem als „Kletterer“ gerühmten Luis Ocana ohnehin unterlegen wäre. Ob das ein Vorurteil ist oder nicht, wird sich in der Tour de France, dem schwierigsten aller Straßenradrennen, erweisen. Sie ist, in den Pyrenäen und den Alpen, ja auch nicht arm an Steigungen. Da wird es also zum Pedalenduell 1974 kommen. Luis Ocana wartet diese Entscheidung mit Teetrinken ab, wobei der Tee aus allerlei Kräutern gemixt ist, aufbereitet von Maurice Messegue, einem Jet-Setbekannten „Wunderheiler“. Wem das komisch vorkommt, der weiß nicht, daß gerade in Straßenradrennen Mixturen aller Art und der Glaube daran wahrhaft Berge versetzen können. Und im übrigen wird Luis Ocana auch noch von einem Team klassisch ausgebildeter Ärzte betreut.