Mit 62 gegen 49 Stimmen bei zwei Enthaltungen erhielt Golda Meïr am Sonntag das Vertrauen der Knesseth für ihre neue Regierung. Zehn Wochen nach den Parlamentswahlen hat Israel damit wieder ein Kabinett mit derselben Parteienkoalition wie zuvor, aber um vier auf 23 Ministerposten vergrößert. Die lange zögernden Minister Dayan (Verteidigung) und Peres (bisher Transport, jetzt Information) hatten sich erst unter dem Eindruck bedrohlicher Nachrichten von der syrischen Front erneut zur Verfügung gestellt. Die Opposition kritisierte einen „künstlichen Notstandsdruck“.

Frau Meïr stellte in der Regierungserklärung den Frieden mit den Nachbarstaaten als Hauptziel heraus, doch wies sie erneut eine Rückkehr zu den Linien des 4. Juni 1967 als undiskutabel zurück. Auch könne es östlich von Israel nur einen einzigen arabischen Staat geben; sie nannte ihn „jordanisch-palästinensisch“, was eine Absage an die Pläne eines reinen, von Jordanien getrennten Palästinenserstaates bedeutet. Das geeinte Jerusalem, so fügte sie hinzu, sei die Hauptstadt Israels.