Nach dem Ertragstief der beiden letzten Jahre kam der führende deutsche Stahlkonzern erstmals wieder dem Traumergebnis des Jahres 1969/70 sehr nahe. Die Steigerung des Jahresüberschusses von 56,1 auf 179,1 Millionen Mark erlaubt es, der Hauptversammlung am 19. April eine um 1,50 auf 5 Mark je 50-Mark-Aktie erhöhte Dividende vorzuschlagen. Darüber hinaus bleiben für die Stärkung der Rücklagen 67,3 Millionen übrig, nachdem der Konzern im vergangenen Jahr auf eine Aufstockung seiner Reserven hatte verzichten müssen.

Durch die anhaltend starke Nachfrage aus dem Ausland hielt die günstige Entwicklung in den ersten fünf Monaten des neuen Geschäftsjahres unvermindert an. Konnte Thyssen aber im vergangenen Jahr noch von der beträchtlichen Kostendegression profitieren, so ist bei weiterhin hoher Beschäftigung mit keinen weiteren Entlastungen, dafür aber mit kräftigen Preiserhöhungen für Erze und Brennstoffe zu rechnen. Bei der bis zum Sommer gesicherten Auftragslage ist jedoch schon heute damit zu rechnen, daß die Ertragssituation auch für dieses Geschäftsjahr die Zahlung einer gleichbleibenden Dividende gestatten wird. Dies ist umso mehr zu erwarten, als nunmehr auch die Deutschen Edelstahlwerke mit Gewinn arbeiten, nachdem sie noch im Berichtsjahr einen Verlust von rund 63 Millionen Mark erwirtschaftet hatten.

Nachdem das Kartellamt jetzt das Rheinstahl-Engagement gebilligt hat, will Thyssen nunmehr ohne weiteres Zögern eine enge Kooperation einleiten. Ob Thyssen seine Beteiligung bei Rheinstahl schon in Kürze aufstocken wird, ist nach wie vor ungewiß. Eg.