Auf der Leipziger Fachmesse wurden wieder Beispiele für die Schwierigkeiten im Geschäft mit der DDR bekannt. DDR-Staatsratsvorsitzender Willi Stoph sprach sich gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden von Krupp, Ernst Wolf Mommsen, zwar für verstärkte Kooperation aus, nannte aber gleichzeitig zwei Fälle, in denen Anlagen westdeutscher Firmen nicht zur Zufriedenheit der DDR funktionieren.

Im einen Fall geht es um drei von der BASF-Tochter Elastogran GmbH geschlossene Verträge mit dem VEB Synthese Werk Schwarzheide. Für zwei Anlagen und 19 Lizenzen im Gesamtwert von 63 Millionen Mark verweigert Ost-Berlin die Zahlung, verhindert deren Fertigstellung und läßt nicht zu, daß die Mängel an einer Anlage behoben werden. Für die Lizenzen bezahlte die DDR nur den halben Kaufpreis.

Wie hart die DDR-Kaufleute verhandeln, zeigt ihr Versuch, mit Westberliner Bekleidungsfabriken ins Geschäft zu kommen. Die DDR-Unterhändler verlangten: prompte Lieferung, Einschaltung einer DDR-eigenen Kontrollfirma in die Produktion, Provision für eine DDR-Vertreterfirma, zwei Jahre Zahlungsziel bei nur sieben-prozentiger Verzinsung. Als die Westberliner Gruppe wenigstens eine Zahlungsgarantie der Außenhandelsbank verlangte, lehnte die DDR ab.

Jetzt verhandeln die einzelnen Firmen getrennt mit der DDR Dabei wird ihnen entgegengehalten, daß die Salamander AG, die seit einigen Jahren Schuhe in die DDR liefert, sogar Zahlungsziele ohne Berechnung von Zinsen eingeräumt.

Salamander dementen diese Großzügigkeit, denn derartige Kontrakte werden von den meisten Profis im DDR-Geschäft hart kritisiert. Wer hoffe, nach solchen Geschäften noch einmal zu normalen Bedingungen zurückzukommen, irre sich, heißt es. Dabei hat nicht einmal die DDR einen Vorteil von den harten Bedingungen. Die angeblich gesparten Zinsen rechnen die westdeutschen Lieferanten schon in den Preis ein. jn