• Wird VW in diesem Jahr erstmals in die roten Zahlen kommen? Wie wird das Ergebnis unter Berücksichtigung des Verkaufseinbruchs und der drastischen Lohnforderungen voraussichtlich aussehen?

Backsmann: Es läßt sich zu Beginn eines Jahres noch nicht sagen, wie der Jahresabschluß aussehen wird. Das hängt davon ab, wie sich der Verkauf im weiteren Verlauf des Jahres entwickelt. Zur Zeit haben wir einen Rückgang weltweit um nahezu ein Viertel, verglichen mit den beiden ersten Monaten des Vorjahres. Ob VW in die roten Zahlen kommt, wird ferner davon abhängen, in welchem Umfang die Belastungen aus der Personalkostenerhöhung auf den Preis der Automobile umgelegt werden können. In der gegenwärtigen Situation auf den Automobilmärkten ist zu befürchten, daß der Preisspielraum gering ist und Lohnforderungen überwiegend auf den Ertrag durchschlagen.

  • Welche Möglichkeiten hat das Unternehmen noch, um ein nachhaltiges Abrutschen in die Verlustzone abzuwenden?

Backsmann: Das Volkswagenwerk wird in diesem Jahr eine Reihe neuer Automobilmodelle auf den Markt bringen, bei denen alle konstruktiven Möglichkeiten und die Rationalisierung der Fertigung von vornherein berücksichtigt worden sind. Damit wird zwar den von außen kommenden Belastungen entgegengewirkt, eine Kompensation der Kostenbelastungen wird damit aber nicht annähernd erreicht. Das gleiche gilt auch für die Rationalisierungsmaßnahmen im administrativen Bereich.

  • In welchem Umfang halten Sie über die am letzten Wochenende angekündigte Preiserhöhung von 6,35 Prozent hinaus in diesem Jahr weitere Verteuerungen für erforderlich und durchsetzbar?

Backsmann: Über das Ausmaß von Preisanhebungen in diesem Jahr läßt sich erst etwas sagen, wenn die Personalkostenbelastungen überschaubar werden und wenn sich die Wettbewerbslage auf allen Automobilmärkten konkret übersehen läßt. Soviel kann man jedoch jetzt schon feststellen: Das Jahr 1974 wird als Folge der stark gestiegenen Kosten beim Automobil beträchtliche Preiserhöhungen bringen, weil es keine andere Möglichkeit gibt, mit dem Kopf über Wasser zu bleiben.

  • Ist die angekündigte Kurzarbeit wirklich der richtige Weg, um dem Absatzrückgang zu begegnen? Wird das Volkswagenwerk um Massenentlassungen herumkommen?