Lohnender Mohn

Die türkische Regierung hat das Anbauverbot für Mohn wieder aufgehoben – angeblich, um die Pflanzungen zu retten, die ohne Ernte verrotten; in Wirklichkeit, weil Ankara mit der von den Vereinigten Staaten angebotenen Entschädigung nicht zufrieden ist. Auf Washingtons Druck hin hatte die Türkei den Mohnanbau und die Ernte verboten; nach amerikanischen Schätzungen stammen 80 Prozent der Narkotika, die illegal ins Land gebracht werden, von den türkischen Mohnfeldern.

Blühender Waffenhandel

Das Jahr 1973 war ein Rekordjahr für den internationalen Waffenhandel: 42 Milliarden Mark wurden insgesamt für Flugzeuge, Raketen, Panzer, Geschütze und Gewehre umgesetzt – gegenüber dem Vorjahr (17,3 Milliarden Mark) mehr als das Doppelte. Hauptlieferant sind mit 14 Milliarden Mark die Vereinigten Staaten (20 Prozent mehr als 1972), gefolgt von der Sowjetunion mit über elf Milliarden Mark. Frankreich verkaufte Kriegsmaterial für immerhin vier Milliarden und sogar das neutrale Schweden für 840 Millionen Mark. Den Rest am lukrativen Waffengeschäft teilten sich 53 weitere Staaten, darunter auch die Bundesrepublik. Für 1974 wird mit noch höheren Ziffern gerechnet, vor allem im Handel mit den Nahost-Staaten: Öl macht’s möglich.

Dollar für Dayan

Israels alter und neuer Verteidigungsminister Moshe Dayan steht bei Verlegern hoch im Kurs – auch wenn sein politisches Schicksal wegen des Urteils der unabhängigen Untersuchungskommission über die Versäumnisse der Militärführung während des letzten Krieges noch ungewiß ist (es wird im Mai erwartet). Das britische Verlagshaus Weidenfeld und Nicolson jedenfalls will Dayan für seine Memoiren fast 1,3 Millionen Mark Autorenhonorar zahlen – das sind 560 000 Mark mehr als die Ministerpräsidentin Golda Meir für ihre Erinnerungen erhielt. Dayans Ministersalair beläuft sich auf monatlich 1680 Mark.

Bomben-Dilemma