Es gab wenige Amerikaner, denen das amerikanisch-deutsche Verhältnis und das Verständnis füreinander – auch gerade in Zeiten möglicher Mißverständnisse – so sehr am Herzen lag, wie Christopher Emmet, dessen Tod in New York weit über seinen engeren Freundeskreis hinaus in Amerika und Deutschland schmerzlich empfunden wird.

Schon im Kriege ein konsequenter Streiter gegen unconditional surrender und Morgenthau-Plan, sah er, der erbitterte Hitler-Gegner, früher als andere die Notwendigkeit amerikanischen und deutschen Einverständnisses im Rahmen der atlantischen Interessen.

Unermüdlich war er bis zu seinem Ende durch den von ihm gegründeten American Council for Germany in den USA und die Atlantik-Brücke auf unserer Seite ein Wächter und Warner, der für die jeweils andere Seite um Verständnis plädierte. In den letzten Jahren sah er seine Aufgabe besonders darin, die deutsche Entspannungspolitik mit der amerikanisch-sowjetischen Détente zu synchronisieren, damit die seiner Meinung nach unerläßliche Schicksalsgemeinschaft nicht gestört werde. E. M. W.