Der ehemalige Wasserballspieler Willi Weyer, Innenminister (FDP) im Land Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Landessportverbands, hat seine Kandidatur für den Präsidentenposten im Deutschen Sport-Bund angekündigt. Sein Gegenkandidat wird auf jeden Fall der amtierende Präsident Dr. Wilhelm Kregel, Oberlandesgerichtspräsident a. D. sein; und wer die meisten Stimmen erhalten wird, ist höchst ungewiß. Bei der bislang letzten Wahl, 1970, war Weyer, nachdem er freilich zögernd und jedenfalls nicht geschickt taktiert hatte, mit 113:173 Stimmen gegen Kregel unterlegen. Seine neue Kandidatur läßt auf dem Umweg über den Sport deutlich werden, was berufsmäßige Beobachter der aktuellen politischen Szene in Bonn offenbar noch nicht erkannt haben: Willi Weyer will eben nicht (was einem Wunsch sogenannter „rechter“ Kreise in der FDP, aber auch in der CDU entsprechen würde) als Nachfolger von Genscher das Bundesinnenministerium übernehmen. Denn täte er das, wäre seine Kandidatur für den Spitzenposten des deutschen Sports eine täuschende Farce. Einen Präsidenten, der zugleich als Minister für den Sport zuständig ist, würde der Deutsche Sport-Bund nicht hinnehmen. Ansonsten sind alle Bedenken, die von Sportfunktionären gegenüber dem „Politiker Weyer“ gehegt wurden, überholt. Sprinter