Nach genau neun Monaten hat der Untersuchungsausschuß in der Steiner-Affäre seine Akten geschlossen. Über diesen Ausgang der Untersuchung wird der Bundestag am 27. März debattieren.

Einstimmig billigte das interfraktionelle Gremium der neun Abgeordneten den Antrag der Berichterstatter Schäuble (CDU) und Kleinen (FDP), wonach „die Behauptung des Zeugen Steiner nicht erwiesen ist, der Zeuge Wienand habe im Zusammenhang mit der Abstimmung über das konstruktive Mißtrauensvotum den Zeugen Steiner durch Hingabe von 50 000 DM in unlauterer Weise beeinflußt.“

Unterschiedlich blieben dagegen die Auffassungen über die Vorgänge im Hause des Schelklinger Bürgermeisters Baeuchle am 29. März 1972. Die Unions-Vertreter halten es für „erwiesen, daß Wienand ... versucht hat, den Zeugen Steiner durch ein Angebot in Höhe von 250 000 DM zur Stimmabgabe für die Ostverträge zu bewegen“. Diesen Antrag lehnte die Koalitionsmehrheit im Ausschuß mit 5 : 4 Stimmen ab; mit dem gleichen Votum setzte sie ihre eigene Ansicht durch, daß eine unlautere Beeinflussung Steiners durch den SPD-Fraktionsgeschäftsführers Wienand nicht erwiesen sei.