Nun mochte auch Heinz Menkens, Präsident des Landesarbeitsgerichts Bremen, nicht länger abseits stehen. Mit seinem Einigungsvorschlag als Schlichter im Tarifstreit der Metallindustrie hatte er den Anlaß zu dem Prinzipien-Streik der 52 000 Metallarbeiter im Bezirk Unterweser gegeben. Menkens hatte vorgeschlagen, die Löhne um 14 Prozent zu erhöhen. Die Arbeitgeber lehnten ab.

Inzwischen hat sich der Satz von elf Prozent (mit Lohnaufbesserungen später im Jahr und anderem „Grünzeug“) als ein magisches Lohndatum herauskristallisiert, auf das sich Schlichter, Arbeitgeber und IG Metall in anderen Bezirken der Bundesrepublik geeinigt haben. Nur in der Nordregion von Emden bis Flensburg wird noch um Lohnprozente für die Metallindustrie gerangelt.

Noch bevor letzte Woche in Bremen die „besondere Schlichtung“ begann, um auch im Norden den Tarifstreit beizulegen und den Streik zu beenden, entschloß sich Menkens zu einem ungewöhnlichen Schritt. Er schrieb an die Tarifparteien, sich um des lieben Friedens willen doch auf elf Prozent (mit Aufbesserungen von Juli an), zu einigen. Das post scriptum für seinen Brief (und hoffentlich für den Tarifstreit in Bremen) könnte frei nach Schiller lauten: Wo alles liebt, kann ich allein nicht hassen ...

hm