Achtzehn Tage nach den britischen Unterhaus-Wahlen bestand der neue Premierminister Wilson am Montag die erste Kraftprobe im Unterhaus. Am Ende der fünftägigen Debatte über die Thronrede (Regierungserklärung) stimmten 294 Abgeordnete für das Labour-Programm, sieben dagegen. Die konservative’Opposition enthielt sich der Stimme. Wie gefährdet Wilson bleibt, geht schon daraus hervor, daß nicht einmal alle Labour-Abgeordneten für ihn stimmten.

Eine konziliante Rede des Arbeitsministers Michael Foot hatte eine mögliche Niederlage beim ersten Test vermeiden helfen. Einen Zusatzantrag der Opposition auf Fortdauer der Lohnkontrollen (der auch die liberalen Stimmen für sich gehabt hätte) unterlief Foot, indem er von sich aus sagte, diese Kontrollen vorerst beizubehalten. Daher zogen die Konservativen ihren Antrag zurück.

Die Labour-Regierung will die Lohnkontrollen erst außer Kraft setzen, wenn sie durch ein freiwilliges System der Lohnbegrenzungen ersetzt worden sind.

Die Regierung ist jedoch bereit, „außerordentliche Umstände“ zu berücksichtigen, um das bisherige starre System mit einer Obergrenze von siebeneinhalb Prozent jährlicher Lohnerhöhungen zu lockern.