Die 36. Nachkriegsregierung Italiens unterscheidet sich von der vorherigen, die wegen Koalitionsstreitigkeiten um die Wirtschafts- und Kreditpolitik zurückgetreten war, nur durch das Fehlen der Republikaner. Die übrigen drei Parteien der Mitte-Links-Koalition – Christliche Demokraten (DC), Sozialdemokraten und Sozialisten – haben sich unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Mariano Rumor (DC) erneut zusammengefunden.

Die Republikaner haben durch ihr Fernbleiben, vor allem durch den Rücktritt des fähigen Schatzministers La Malfa, die Konsequenzen aus dem Grundsatzkonflikt gezogen, der’aus La Malfas preisbewußter Restriktionspolitik und dem ausgabenintensiven Reformkurs des sozialistischen Haushaltsministers Giolitti entstanden war. Giolitti hat sein Ressort behalten, ist somit optisch als Gewinner auf der Bildfläche geblieben, während La Malfas Stelle durch den früheren christlich-demokratischen Ministerpräsidenten Colombo übernommen wurde.

Dennoch ist das fünfte Kabinett Rumor unter der Devise der Sparsamkeit angetreten: durch die Opferung von drei Ministerposten (jetzt: 25) und 16 Staatssekretären (jetzt: 42). Die meisten der bisherigen Minister wurden im Amt bestätigt.