Mit erheblichen Stimmengewinnen ist die CDU, mit einer erneuten Wahlschlappe die SPD aus den Kommunalwahlen von Rheinland-Pfalz hervorgegangen. Nach dem vorläufigen Endergebnis haben die Christlichen Demokraten ihren Vorsprung von nur 2,7 Prozent (1969) auf 16,2 Prozent ausgebaut. Sie verbesserten sich von 43,9 auf 51,6 Prozent der Wählerstimmen; die Sozialdemokraten gingen in der Wählergunst den umgekehrten Weg: von 41,2 auf 35,4 Prozent. Die FDP konnte ihren Aufwärtstrend, wenn auch gering, fortsetzen: 8,7 statt 8,0 Prozent 1969. NPD und DKP blieben wie schon 1969 einflußlos.

Zwei Wochen nach den Hamburger Bürgerschafts- und Kommunalwahlen bestätigte sich damit der derzeitige Wählertrend zugunsten der Union und der FDP. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl sah in dem Ergebnis einen Beweis, daß „auch in diesem Bundesland das Vertrauenskapital für Bundeskanzler Brandt aus der Bundestagswahl aufgebraucht“ sei.

Der SPD-Landesvorsitzende Droescher nannte das Resultat „schlimm“. Für die Liberalen sagte Bundesinnenminister Genscher: „Die FDP führt alle ihre Wahlkämpfe in erster Linie als FDP und in zweiter Linie als Koalitionspartner.“