Der westdeutsche Ölbedarf wird von arabischer Seite wieder voll gedeckt. Die Erdölminister von neun Förderländern stuften die Bundesrepublik und auch Italien am Montag auf einer Konferenz in Wien als „befreundete Nationen“ ein. Zugleich hoben sie den Lefer-Boykott gegen die Vereinigten Staaten auf.

Die lediglich als „neutral“ beurteilten Länder erhalten weiterhin nur 85 Prozent der Liefermengen von September, wohingegen das totale Embargo gegen die Niederlande und Däiemark aufrechterhalten bleibt.

Diese abgestufte Behandlung der westlichen Industriestaaten ist das Ergebnis zäher Verhandlungen hinter den Kulissen. Vor allem der saudiarabische Erdölminister Jamani drängte darauf, die Sperren zu lockern; Libyen und Syrien opponierten. Auf deren Einwände hin kam in das Kommuniqué die Klausel, daß die Haltung der Vereinigten Staaten am 1. Juni erneut zu prüfen sei. Beide Länder wollen auch weiterhin kein Öl nach Amerika liefern.

Zwei Tage davor hatten sich die in der OPEC-Konferenz zusammengeschlossenen Förderländer (also auch Persien, Nigeria, Venezuela, Indonesien) darauf geeinigt, die Rohölpreise für drei weitere Monate auf dem jetzigen Stand zu halten.