Wir von der Amateurabteilung des „Vereins der Kanzler-Ratgeber“ wünschen uns einen Kanzler, der im Kabinett etwa so auftritt: Die Minister sitzen um den Kabinettstisch, die Saaltüre wird aufgerissen, eine Stimme: „Achtung, der Kanzler!“ Die Minister erheben sich. Der Kanzler betritt den Saal. „Guten Morgen, Herr Bundeskanzler“ tönt es ihm entgegen. „Danke, setzen!“ sagt der Kanzler und nimmt, ohne die Anwesenden eines Blickes zu würdigen, Platz. Dann schlägt er erst einmal kräftig mit der Faust auf den Tisch.

Leber: „Aber Herr Kanzler, warum dieser Unmut? Was haben wir denn nun schon wieder getan?“

Kanzler: „Nichts! Das ist es ja, darum verlieren wir jede Wahl. – Herr von Dohnanyi, haben Sie etwas gesagt?“

Von Dohnanyi (erschrocken): „Kein Wort, wirklich.“

Kanzler: „Ich meine – öffentlich – über mich.“

Von Dohnanyi: „Schön seit einer Woche nicht.“

Kanzler: „Wenn Sie das noch eine Woche durchhalten, wäre mir das sehr lieb (die Tür geht auf) – Herr Ehmke, heute sieben Minuten zu spät.“