Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann –

Unbedingt:

Georg Friedrich Händel: „Concerti“; Concentus musicus Wien, Leitung: Nicolaus Harnoncourt; Telefunken SAWT 9618-A, 25,– DM

Im Jahre 1706 reiste Händel, einundzwanzigjährig, nach Italien und studierte dort die Musik der hier führenden Komponisten Corelli und Scarlatti. Bald schon setzte er die Erkenntnisse in eigene Werke um: in Oratorien, vor allem in Concerti grossi. Fünf dieser frühen Concerti sind auf dieser Platte zusammengetragen, Kompositionen, die nicht in spätere Sammlungen (op. 3, 4, 6, 7) eingingen. Der auf historischen Klang konzentrierte, aber vor allem auch mit historischen Spieltechniken, mit allen einschlägigen Details der Phrasierung, Dynamisierung, Artikulation, Rhythmik, Akzentuierung vertraute Concentus musicus hat die Konzerte ohne alle falsche Starrheit und pseudobarocke, stereotype monotone Motorik aufgenommen; die Instrumente klingen, die musikalischen Phrasen leben – Händels italianitá ist ein bißchen zum Tänzerischen hin ausgeweitet.

Nach Möglichkeit:

Anton Bruckner: „Sinfonie Nr. 7“; Berliner Philharmoniker, Leitung: Herbert von Karajan; Electrola 1 C 165-02,467/68 S, 37,50 DM

Im Grunde war es eine irrationale Hoffnung, er könne sich die Relationen der klassischen Stil-Periode dadurch wieder zurückgewinnen, daß er seine Kompositionen nach arithmetischen Prinzipien strukturierte, indem er jeweils bis acht zählte. Das, obwohl doch sein ganzes Komponieren sich längst nach veränderten Gesetzen vollzog: Bruckners Utopie ist in seiner siebenten Sinfonie vielleicht am deutlichsten ausgeprägt. Karajan entspricht ihr weniger dadurch, daß er die Periodizität der Strukturen unterstreicht, als vielmehr in einer betont auf Klassisch-Schönes bedachten Interpretation, welche die Linien noch stärker verschmelzen läßt, die Sattheit der Farbmischungen noch voluminöser, noch weicher, noch weniger grell erscheinen macht, die also dem Apollinischen in dieser Musik huldigt.