Wenn die reichen Länder nicht sofort den von der Verteuerung des Erdöls, wichtiger Rohstoffe und Nahrungsmittel besonders hart betroffenen Entwicklungsländern helfen, droht etwa 25 Staaten der Dritten Welt, in der eine Milliarde Menschen leben, eine wirtschaftliche, politische und menschliche Katastrophe von bisher ungeahntem Ausmaße

Mit diesem dramatischen Appell trat die EG-Kommission in Brüssel an die Öffentlichkeit. Dem EG-Ministerrat empfiehlt sie, auf der bevorstehenden Weltrohstoffdebatte der Vereinten Nationen die Gründung eines weltweiten Hilfsfonds vorzuschlagen. In diesen Fonds mit einem Volumen von drei Milliarden Dollar sollten die EG-Mitgliedstaaten 500 Millionen Dollar einzahlen, weitere 500 Millionen könnten die USA aufbringen, je 250 Millionen Japan und die restlichen Industrieländer. Den Rest von 1,5 Milliarden Dollar sollten die ölproduzierenden Ländern finanzieren.

Nach Berechnungen der EG-Kommission, der Weltbank und der OECD müssen die Entwicklungsländer für die seit 1972 eingetretenen Verteuerungen in diesem Jahr zusätzlich 15 Milliarden Dollar ausgeben! Die Kommission dazu: Es geht nicht um Zahlungsbilanzen, sondern „um das nackte Überleben“. hhb