Wesentlich milder als im Wahlkampf klingen die ersten regierungsamtlichen Londoner Äußerungen zur Frage des britischen Verhaltens gegenüber der Europäischen Gemeinschaft. Hatte der neue Außenminister James Callaghan schon bei seiner ersten Unterhausrede Kompromißbereitschaft anklingen lassen, so verstärkte sich dieser Eindruck bei Callaghans Antrittsbesuch in Bonn.

Die konkreten Vorstellungen will der Außenminister am 1. April auf der Ministerratstagung in Luxemburg erläutern. Schon jetzt ist klar, daß London nicht an einen EG-Boykott oder eine Politik des leeren Stuhls denkt. Großbritannien will Mitglied der Gemeinschaft bleiben und deren Politik von innen modifizieren helfen. Eine Änderung des Vertrages von Rom soll vermieden werden. Die am Schluß der Neuverhandlungen vorgesehene Wählerbefragung ist nach Callaghans Worten lediglich als „Meinungserforschung“ gedacht.