Die Hausse auf dem Goldmarkt hat der „goldgeränderten“ Degussa-Aktie bisher keinen nennenswerten Auftrieb gebracht. Mit 255 Mark je 50-Mark-Aktie ist sie dem Geschäftsjahr 1972/73 (30. 9.) erreichten Höchstkurs von 348 Mark noch um ein gutes Stück entfernt. Die Verwaltung führt dies darauf zurück, daß der Fiskus einen großen Teil des in den hohen Goldbeständen entstehenden (unrealisierten) Buchgewinne vorzeitig wegsteuert. Der Rückgang des Jahresüberschusses von 36 auf 30 Millionen Mark muß allerdings in der Hauptsache vor dem Hintergrund außerplanmäßiger Abschreibungen und der Wahrnehmung aller steuerlich möglichen Sonderabschreibungen gesehen werden. Außerdem haben die mit der Hundertjahrfeier verbundenen einmaligen Kosten das Ergebnis belastet.

Immerhin ist 1972/73 der Gewinn je Aktie von 13,50 auf 14,50 Mark gestiegen. Die Degussa ist also auf dem Weg, den Ertragskeller, in dem sie während der letzten Jahre war, zu verlassen. Die Aktionäre erhalten 8,50 Mark als Dividende ausgeschüttet, den Rücklagen werden 2,3 (2) Millionen zugeführt, ein sicherlich bescheidener Betrag. Mit einem Kursgewinn-Verhältnis von 18 wird, die Degussa-Aktie zwar vergleichsweise hoch bewertet. Wenn man jedoch bedenkt, daß das Kursgewinn-Verhältnis 1970/71 zwischen 45 und 34 geschwankt hat, so wird deutlich, um wieviel billiger die Degussa-Aktie inzwischen geworden ist. Auch unter Berücksichtigung der enormen Kostensteigerungen und verstärkten Investitionsanstrengungen ist für 1973/74 mit einem guten Ergebnis zu rechnen. -ndt