Theodor Dams fordert Priorität für die Reform der beruflichen Bildung

Von Hellmut Becker

Veröffentlichungen über Bildungspolitik schwimmen neuerdings auf der Nostalgiewelle: Sie betrauern entweder das Scheitern der Bildungsreform oder stellen die fürchterlichen Folgen einer angeblich erfolgten Bildungsreform mit Kummer dar. Gegenüber dieser melancholischen Literatur erfrischt ein klares und präzises Buch wie –

Theodor Dams: „Berufliche Bildung – Reform in der Sackgasse“; Herder-Taschenbuch 473, Herderbücherei, Freiburg; 176 S., 4,90 DM.

Hier wird Reform weder als gescheitert abgeschrieben noch zum neuen Sündenbock für die gesellschaftlichen Spannungen und Probleme gemacht, die nicht nur im Bildungswesen je länger, desto offener zutage treten. Vielmehr zeigt einer, der die Reform will und maßgebend an ihr beteiligt ist, deutlich die Schwierigkeiten, von deren Beseitigung es abhängt, ob die Reform Wirklichkeit wird oder nicht.

Es fehlt nicht an Kritikern der herrschenden Zustände in der beruflichen Bildung, es gibt zahlreiche Reformvorschläge.

Woran fehlt es?