Vom 1. Januar 1975 an werden deutsche Bundesbürger mit 18 statt mit 21 Jahren volljährig. Sie sind damit im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben voll handlungsfähig. Die Strafmündigkeit wird weiterhin erst mit 21 Jahren erreicht.

Dieses Gesetz hat der Bundestag am vergangenen Freitag mit großer Mehrheit, auch mit Stimmen der Opposition, verabschiedet und damit die Folgerung aus der Tatsache gezogen, daß die Wehrdienstpflicht mit 18 Jahren beginnt und das Wahlalter inzwischen ebenfalls gesenkt worden ist.

Sprecher aller Parteien begründeten das Gesetz mit der beschleunigten biologischen, psychischen und sozialen Entwicklung der Jugendlichen. Für eine Minderheit der Opposition kritisierte der CSU-Abgeordnete Jaeger, daß zu einer Zeit des Autoritätsverlustes weitere elterliche Einflußmöglichkeiten abgebaut werden.

Dadurch, daß die Ehemündigkeit ab 1975 einheitlich bei 18 Jahren liegt, wird die Eheschließung teils erleichtert, teils erschwert: Mädchen können zur Zeit mit 16 heiraten, wenn die Eltern zustimmen. Künftig muß auch noch das Vormundschaftsgericht gefragt werden.