Zum erstenmal seit es D-Mark-Bilanzen der Commerzbank gibt, konnten aus dem Jahresergebnis die offenen Rücklagen nicht mehr gestärkt werden. Paul Lichtenberg, Sprecher der Commerzbank, gab zu, daß 1973 auch weniger für die versteuerten Stillen Reserven getan werden konnte als im Jahr zuvor. Nur mit den Einzelwertberichtigungen dürfte man etwas großzügiger verfahren sein.

Das Jahresergebnis wäre noch schlechter ausgefallen, wenn die Bank nicht 50 Millionen Mark Effektenabschreibungen durch Aktienkursgewinne ausgleichen konnte. Sie stammen allerdings nicht aus dem laufenden Geschäftsjahr, dem Verkauf der Pakete an der Da^ fahrtsgesellschaft Neptun, an der Stern Brauerei, Essen, und an der Dortmunder Stiftsbrauerei. Die Commerzbank hat also zum Verlustausgleich Substanz veräußert. Allerdings sieht die Commerzbank ihre industriellen Schachtelbeteiligungen als „Handelsobjekte“ an, jedoch nicht die Beteiligungen an Karstadt und Kaufhof.

Der Gewinn je Aktie ist auf 9,50 (10,50) Mark zurückgegangen. Davon werden wieder 8,50 Mark ausgeschüttet. Eine Kürzung der Dividende wollte man vor allem jenen Aktionären nicht zumuten, die ihre Papiere durch Umtausch der Wandelanleihe erworben haben. Dadurch erhöhte sich das Grundkapital um 24,5 Millionen, den Rücklagen wurden aus dem Wandlungsagio 73,5 Millionen zugeführt. Unter diesen Umständen hält man den Verzicht auf eine Rücklagendotierung aus dem Jahresgewinn für vertretbar.

K. W.