Die Stützungskäufe der Bundesbank am Rentenmarkt deuten auf die Absicht hin, den Kapitalmarktzins nicht wesentlich über elf Prozent steigen zu lassen. Obwohl immer mehr Kreditinstitute dazu übergehen, ihrer Kundschaft den Erwerb von Rentenwerten zu empfehlen, blieb der Widerhall bislang enttäuschend. Das merken auch die Rentenfonds, bei denen der Neuabsatz von Anteilen merklich nachgelassen hat. Der Rentenmarkt befindet sich immer noch in einer Vertrauenskrise. Der Sparer ist verwirrt über die Konjunkturpolitik, die einerseits auf Wunsch der Bundesbank restriktiv gehandhabt werden soll, andererseits aber auf Veranlassung der Bundesregierung gezielte Kapitalspritzen für einige Bereiche vorsieht.

Kein Wunder, wenn es viele Sparer vorziehen, ihr Geld als Termineinlagen den Banken anzubieten, um so künftigen Kursrisiken zu entgehen. Aber die Spitzenzinssätze des vergangenen Jahres werden von den Kreditinstituten nicht mehr bewilligt. Ihnen fehlt das entsprechende Gegengeschäft. Im Sparkassenbereich soll dies wieder belebt werden, indem man die Werbung für Konsumentenkredite entgegen den Intentionen der Bundesbank wieder aufnimmt. Man will die Kundschaft nicht zu den privaten Geldverleihern abwandern lassen, heißt es offiziell. Tatsache ist, daß bei den Konsumentenkrediten die höchsten Zinsen erzielbar sind. Außerdem muß man den Kampf gegen die ausländischen Banken aufnehmen, die über ihre deutschen Töchter sich an diesem lukrativen Geschäft beteiligen möchten.

K. W.