Wer verliert, scheidet aus dem Wettbewerb aus. Das ist die Regel, in der sich Pokalvon den üblichen Punktspielen unterscheiden; und ihre Rigorosität wird auch dadurch nicht gemindert, daß in den europäischen Fußballpokal runden das Ergebnis aus zwei Treffen gewertet wird, aus dem Hin- und dem Rückspiel (auf eigenem und auf fremdem Platz). Diese Alles-oder-nichts-Regel führt dazu, daß in Pokal Wettbewerben besonders hart und hektisch gekämpft wird und die Zuschauer noch fanatischer als sonst wirken. In Sofia, zum aktuellen Beispiel, herrschte nun eine Art Balkankriegsstimmung: Bulgariens Meister ZSKA Sofia gewann gegen den Deutschen Meister FC Bayern mit 2 : 1 Toren und konnte doch der Niederlage nicht entgehen. Daheim in München nämlich hatten die Bayern schon einen 4:1-Erfolg über die Bulgaren erzielt.

Das Spiel war hart bis zur Brutalität. Der irische Schiedsrichter Carpenter geriet offenbar in physische Gefahr, als er den Bayern einen Elfmeterstrafstoß zusprach und die Bulgaren wütend protestierten. Schließlich zeigte der FC Bayern München, kaltblütig in der Hitze des Gefechts, eine Form, die zu Finalhoffnungen berechtigt. Man ließ den Gegner wie gegen eine Wand anlaufen, eine Wand zugleich aus Gummi und Beton. Die Härte wurde prämiiert: Dafür, daß die Mannschaft ins Halbfinale aufgerückt ist, hat jeder Spieler vom FC Bayern München 10 000 Mark erhalten. Denn auch das gehört zum Pokal Wettbewerb: Große Erfolge lassen hier die Vereinskassen laut klingeln.

In den beiden anderen europäischen Fußballpokalrunden stehen ebenfalls Mannschaften der Bundesrepublik im Halbfinale: im Wettbewerb der Landespokalsieger ist es Borussia Mönchengladbach (5 : 0, vorher 2 : 0, über Glentoran Belfast) und im UEFA-Pokal der VfB Stuttgart (2:2, vorher 1:0, über Vitoria Setubal).