Es gibt zur Zeit keine schwerwiegenden Gefahren, die das innere Gefüge und die Kampfkraft der Bundeswehr entscheidend schwächen könnten. Ein Problem ist allerdings „die verstärkte Ausbreitung des übermäßigen gewohnheitsmäßigen Alkoholgenusses in den Streitkräften“. Dies schreibt der Wehrbeauftragte des Bundestages, Fritz-Rudolf Schultz, in seinem Jahresbericht 1973. Als negativ vermerkt Schultz weiter:

  • Die politische Bildung in der Bundeswehr werde noch zu sehr vernachlässigt. Allerdings zeigten Aktivitäten linksextremer Organisationen keine erkennbaren Erfolge.
  • Bei weitreichenden Planungen werde die Truppe zuwenig gehört. Die Führung gebe ihr nicht genug Gelegenheit, mitzudenken und mitzubestimmen. Eine Diskussion sei freilich „dort zu beenden, wo dienstliche Erfordernisse eine Entscheidung unmittelbar erzwingen“.
  • Es bestehe ein gewisser anhaltender Trend zur Wehrmüdigkeit, doch habe sich die Tendenz zur Kriegsdienstverweigerung nicht mehr verstärkt.
  • Vorgesetzte mit ‚selbstherrlichem Auftreten, überlauter Tonstärke und beleidigender Ausdrucksweise“ gebe es noch immer, schreibt Schultz.